„soziale Netze“ wickeln ein und schnüren dem Kopf die Luft ab

Scheinbar bin ich der einzige, der nicht in so genannten „sozialen Netzen“ verankert ist und davor warnt, nicht nur weil sie eine zentrale Abgabestelle für private und intime Dinge sind, aus denen sich praktisch das gesamte Leben und Denken der Massen ableiten lässt und staatlich alimentierte und nicht alimentierte Psychos zum Abgreifen eingeladen sind.

Nein, sie machen auch ohne Abschnorcheln, „Terrorabwehr“, Beziehungsvektoring etc. unglücklich und unzufrieden.

Eine Art Vorstufe von diesem Nicht-mehr-Erleben der Realtität bildet seit dem Aufkommen der Digikams (noch ohne Internet) das ständige Fotografieren und Filmen, sobald mehr als zwei Leute beisammen sind. Viele sind gar nicht mehr fähig, etwas „einfach so“ zu erleben und sich später in Sepia- und Rosatönen daran zu erinnern. Vielleicht auch, weil sie so beschäftigt mit der Aufnahmetechnik und der besten Position waren, dass ein Eintauchen in das Ereignis unmöglich wird und alles nur wie durch eine Glasscheibe wahrgenommen wird.

Irgend jemand sagte mal: „Das Gute an Erinnerungen (im Kopf) ist, dass sie im Laufe der Zeit schöner werden.“

Woran werden wir uns am Ende unseres Lebens erinnern können? An die Kameraeinstellungsmenüs unserer Telefone und den AP des Mobilfunkbetreibers? Oder doch an den Flirt mit prickelndem Blickkontakt mit der noch unbekannten Schönen bei einer großen Familienfeier, als niemand wusste, was SMS-Daumen und Smartphones sind? Als noch niemand auf die Idee kam, jede Lebensregung für die Ewigkeit festzuhalten.

Einfach mal öfter das Telefon „vergessen“!

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Ein Kommentar zu „soziale Netze“ wickeln ein und schnüren dem Kopf die Luft ab

  1. Eric sagt:

    Was das angeht, kann ich dir nur beipflichten. Smartphones und Facebook sind meiner Meinung nach die Pest der Neuzeit.
    Auf einem Weg von 20min von A nach B verbringt der heutige Durchschnittsuser doch geschätzte 40-70% der Zeit damit, sich in seinen zahlreichen Profilen zu prostituieren.
    Ich will diesen bedenklichen Trend jedenfalls auch nicht unterstützen.
    Der Fairness halber muss ich an dieser Stelle allerdings einräumen, dass ich trotz Microsofts wachsamen Auge immer noch Skype nutze, das hat allerdings gruppenorganisatorische Gründe, die nicht von heute auf morgen umzukrämpeln sind. Allerdings passt die Thematik der überzogen leichtsinnigen Selbstdarstellung eh nicht so ganz auf Skype, da sind andere Probleme vorrangig^^

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